doimoigroup

Tag: Lauftipps Anfänger

  • Richtige Atemtechnik beim Laufen: Nase oder Mund atmen?

    Du läufst fünf Minuten. Dann brennt die Lunge, der Seitenstechen meldet sich, und du weißt nicht mehr, ob du durch die Nase oder den Mund Luft holen sollst. Klingt bekannt?

    Die gute Nachricht: Das ist kein Fitnessproblem. Das ist fast immer ein Atemproblem.

    Warum die Frage “Nase oder Mund” zu simpel ist 🤔

    Die meisten Artikel antworten mit einem klaren “Nase ist besser” oder “Mund ist okay bei hohem Tempo”. Das stimmt beides irgendwie, aber es hilft dir beim Laufen herzlich wenig.

    Die eigentliche Frage ist nicht, welche Öffnung du benutzt. Die Frage ist, ob du überhaupt genug Luft bekommst, und ob dein Atemrhythmus zu deinem Schritttempo passt.

    Darauf konzentriert sich dieser Beitrag.

    Was Nasenatmung wirklich bringt 👃

    Die Nase ist kein Bypass, sondern ein Filtersystem. Sie wärmt die Luft an, befeuchtet sie und filtert Schmutzpartikel heraus, bevor sie in die Lunge gelangt.

    Bei ruhigem Tempo unter 60 bis 65 Prozent deiner maximalen Herzfrequenz kannst du problemlos durch die Nase atmen. Das ist das sogenannte Fettstoffwechseltempo, also lockeres Joggen, bei dem du noch sprechen könntest.

    An empty athletic running track bathed in warm sunrise light

    Nasenatmung aktiviert außerdem das Zwerchfell stärker. Das bedeutet tiefere Atemzüge, mehr Sauerstoff pro Atemzug, und du verbrauchst weniger Energie fürs Atmen selbst.

    Wann Mundatmung Sinn macht 👄

    Ab mittlerem bis hohem Tempo braucht dein Körper mehr Sauerstoff, als die Nase allein liefern kann. Dann ist Mundatmung nicht nur erlaubt, sondern notwendig.

    Viele Anfänger klammern sich auch bei zu hohem Tempo an die Nasenatmung. Das führt zu Sauerstoffmangel, Verkrampfungen und genau dem Seitenstechen, das du nicht willst.

    Die elegante Lösung: Atme gleichzeitig durch Nase und Mund. Stell dir vor, du atmest wie durch eine leicht geöffnete Hand vor dem Gesicht, also eine große, entspannte Öffnung. So bekommst du die maximale Luftmenge ohne Verkrampfung.

    Der Rhythmus ist wichtiger als die Öffnung 🎵

    Hier liegt der entscheidende Punkt, den die meisten übersehen.

    Ein schlechter Atemrhythmus ist der häufigste Grund für Seitenstechen. Das Zwerchfell arbeitet wie ein Muskel im Rhythmus. Wenn Ausatmung und Aufprall des Fußes immer auf die gleiche Seite fallen, verspannt sich das Zwerchfell asymmetrisch.

    Die Lösung heißt rhythmisches Atmen im Ungerade-Muster.

    A runner climbing a hilly forest trail at golden hour

    Probier dieses Muster aus: Atme drei Schritte lang ein, dann zwei Schritte lang aus. Das ergibt ein 3:2 Muster. Dadurch wechselt der Aufprall beim Ausatmen ständig zwischen linkem und rechtem Fuß. Das entlastet das Zwerchfell gleichmäßig.

    Bei langsamem Tempo funktioniert auch 3:3. Bei sehr schnellem Tempo, etwa beim Intervalltraining, reicht 2:1.

    Keine Panik, wenn sich das anfangs unnatürlich anfühlt. Nach zwei bis drei Wochen läuft es automatisch.

    So trainierst du deine Atemtechnik konkret 🏃

    Schritt eins: Starte jede Laufeinheit mit fünf Minuten sehr langsamem Tempo. So langsam, dass du locker durch die Nase atmen kannst. Das wärmt das Zwerchfell auf.

    Schritt zwei: Lege eine Hand auf den Bauch. Beim Einatmen soll der Bauch raus, nicht die Brust rauf. Das ist Zwerchfellatmung, und sie ist drei bis vier Mal effizienter als reine Brustatmung.

    Schritt drei: Zähle aktiv deine Schritte zu den Atemzügen. Zwei bis drei Laufeinheiten lang reicht das. Danach sitzt der Rhythmus im Unterbewusstsein.

    Schritt vier: Wenn du bemerkst, dass du hecheln musst, ist das kein Zeichen zum Durchhalten, sondern zum Verlangsamern. Reduziere das Tempo, bis du wieder kontrolliert atmen kannst. Das ist kein Versagen, das ist Trainingsintelligenz.

    Ein praktischer Test, wo du stehst: Sag laut einen Satz wie “Heute ist ein guter Tag zum Laufen”. Wenn das flüssig klappt, bist du im aeroben Bereich. Wenn du nach drei Wörtern schnappen musst, bist du zu schnell.

    A determined runner mid-stride with sweat on their face, dynamic motion

    Was bei Kälte anders ist 🥶

    Im Winter stellt sich die Frage Nase oder Mund nochmals neu.

    Sehr kalte Luft unter minus fünf Grad kann die Atemwege reizen, wenn sie ungefiltert durch den Mund einströmt. Nasenatmung oder ein dünner Schal vor dem Mund helfen hier konkret.

    Bei moderaten Temperaturen zwischen null und zehn Grad reicht es, bewusst langsamer zu starten. Das gibt der Lunge Zeit, sich auf die kühlere Luft einzustellen.

    Viele Läufer nutzen Apps wie Geowill, die beim Laufen nicht nur GPS-Daten erfassen, sondern auch Herzfrequenz und Pace aufzeichnen. So siehst du nach der Einheit schwarz auf weiß, ob dein Tempo zum Atmen gepasst hat, oder ob du dich mal wieder übernommen hast.

    Das Wichtigste in einem Satz ✅

    Nicht Nase gegen Mund, sondern Rhythmus und Tiefe machen den Unterschied.

    Fang mit dem 3:2 Muster an. Atme tief in den Bauch. Verlangsame, wenn die Kontrolle fehlt. Schon nach wenigen Wochen wirst du merken, dass Laufen sich weniger wie Arbeit anfühlt, und mehr wie eine Sache, die einfach fließt.

    🏃 Mach deinen Lauf messbar

    Berechne dein Ziel-Tempo mit unserem kostenlosen Rechner und tracke jeden Lauf mit Geowill.

    Kostenlosen Pace-Rechner öffnen →